Helferübung: Bereitschaften - Sanitätsdienst; Journalistencamp Szenario „Brandanschlag auf ein Jugendheim“Foto: D. Winter / DRK

Einsatzdienste

Unsere Bereitschaft übernimmt weit mehr als Blutspenden und Sanitätswachdienste. Ein zentraler Bestandteil unserer Arbeit sind die Einsatzdienste, bei denen unsere ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer Menschen in Notlagen unterstützen und im Bevölkerungsschutz mitwirken.

Einsatzgruppen der Einsatzdienste

Helfer vor Ort Gruppen

Bei medizinischen Notfällen sind unsere Helfer vor Ort für die Kernstadt Geislingen sowie die Stadtteile Binsdorf und Erlaheim im Einsatz. Ziel ist es, die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes mit qualifizierter Erster Hilfe zu überbrücken und so die Versorgung der Betroffenen frühzeitig sicherzustellen.

Alle unsere Ersthelferinnen und Ersthelfer verfügen mindestens über eine sanitätsdienstliche Ausbildung und werden regelmäßig fortgebildet. Durch ihre schnelle Verfügbarkeit vor Ort können sie lebensrettende Sofortmaßnahmen einleiten und den Rettungsdienst bis zur Übergabe des Patienten unterstützen.

Technik und Sicherheit Gruppe

Im Jahr 2004 wurde unserer Bereitschaft durch das Land Baden-Württemberg ein Technik- und Sicherheitsfahrzeug (TuS) zugeteilt. Jedes Stadt- und Landkreisgebiet in Baden-Württemberg erhielt im Rahmen des Bevölkerungsschutzes ein solches Fahrzeug zur Unterstützung der Einsatzeinheiten.

Die Gruppe Technik und Sicherheit gewährleistet die technische Unterstützung der Sanitäts- und Betreuungsgruppen und übernimmt die sicherheitstechnische Absicherung der gesamten Einheit im Einsatz. Dabei arbeitet sie bei Bedarf eng mit anderen Organisationen wie der Feuerwehr oder dem Technischen Hilfswerk (THW) zusammen.

Zu den Aufgaben gehören unter anderem der Aufbau und Betrieb von Zelten, Beleuchtungsanlagen, Stromversorgungen und Heizgeräten. Dadurch können auch unter schwierigen Witterungsbedingungen geeignete Arbeits- und Versorgungsbereiche geschaffen werden. Die Gruppe trägt somit wesentlich dazu bei, die Einsatzfähigkeit der gesamten Einheit sicherzustellen und die Versorgung von Betroffenen sowie Einsatzkräften an der Einsatzstelle zu verbessern.

Behandlungsplatz 25

Vor einigen Jahren erhielt unsere Bereitschaft von der Kreisbereitschaftsleitung den Auftrag, einen Abrollcontainer „Behandlungsplatz 25“ (BHP 25) aufzubauen. Bereits ein Jahr später war der Container einsatzbereit und wurde in den Regeldienst übernommen.

Heute kümmern sich drei speziell ausgebildete Gerätewarte um die Wartung und Einsatzbereitschaft des Containers. Der BHP 25 ist derzeit im Raum Balingen stationiert. Im Einsatzfall wird er in der Regel mit dem Wechselladerfahrzeug des DRK-Ortsvereins Balingen aufgenommen und zur Einsatzstelle transportiert. Der Aufbau und Betrieb erfolgen aktuell durch die Bereitschaften der DRK-Ortsvereine Haigerloch und Geislingen.

Was ist ein BHP 25?

Die Bezeichnung BHP 25 steht für „Behandlungsplatz 25“. Dies bedeutet, dass innerhalb einer Stunde bis zu 25 verletzte oder erkrankte Personen verschiedener Sichtungs- bzw. Triagekategorien versorgt, registriert und für den Weitertransport vorbereitet werden können.

Der Abrollcontainer enthält die komplette Ausstattung für den Aufbau eines Behandlungsplatzes. Dazu gehören unter anderem:

  • Eingangssichtungszelt zur Erstsichtung der Patienten
  • Mehrere Behandlungs- und Triagemodule
  • Ausgangs- und Transportbereich
  • Umfangreiches medizinisches Material
  • Technische Ausstattung für den Betrieb des Behandlungsplatzes

Jedes Triagemodul ist mit Material für die Versorgung von drei Patientinnen und Patienten ausgestattet. Dadurch kann bei größeren Schadenslagen oder einem Massenanfall von Verletzten (MANV) innerhalb kurzer Zeit eine strukturierte medizinische Versorgung sichergestellt werden.

Führungsgruppe

Die Führungsgruppe ist mittlerweile ein fester Bestandteil der Einsatzdienste des DRK-Ortsvereins Geislingen. Sie wird insbesondere bei kleineren Einsatzlagen alarmiert, bei denen nicht sofort die gesamte Bereitschaft benötigt wird.

Durch dieses Konzept kann mit einem geringen Personalansatz schnell auf eine Einsatzlage reagiert werden. Die Führungsgruppe verschafft sich zunächst einen Überblick über die Situation, beurteilt den erforderlichen Kräfte- und Mittelbedarf und kann bei Bedarf weitere Einsatzkräfte oder Einheiten nachalarmieren.

Zu den Aufgaben der Führungsgruppe gehören die Erkundung der Einsatzstelle, die Einsatzkoordination sowie die Unterstützung der Einsatzleitung bei der Führung und Dokumentation des Einsatzes.

In der Führungsgruppe engagieren sich Einsatzkräfte mit entsprechender Führungsausbildung. Dazu zählen unter anderem Führungsassistenten, Gruppenführer sowie Zug- und Verbandsführer. Durch ihre Qualifikation stellen sie eine strukturierte und effiziente Einsatzführung sicher.

Drohnengruppe

Die Drohnengruppe Zollernalb besteht aus den Drohnengruppen der DRK-Ortsvereine Bitz und Geislingen. Beide Einheiten sind an ihre jeweiligen Ortsvereine angegliedert und bilden gemeinsam eine spezialisierte, ehrenamtliche Facheinheit im Bevölkerungsschutz.

Mit modernen Drohnensystemen, darunter Fluggeräte des Typs DJI Matrice 300 RTK mit Wärmebildtechnik, unterstützt die Drohnengruppe verschiedene Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS). Zu den Einsatzbereichen gehören insbesondere die Personensuche, die Lageerkundung aus der Luft, die Unterstützung bei Großschadenslagen sowie Einsätze im Katastrophenschutz.

Durch die schnelle Bereitstellung aktueller Luftbilder und Wärmebildaufnahmen können Einsatzleitungen wichtige Informationen gewinnen und Entscheidungen zielgerichtet treffen. Die Drohnengruppe arbeitet dabei eng mit dem Rettungsdienst, der Bergwacht, der Polizei, der Feuerwehr und weiteren Einsatzorganisationen zusammen.

Ehrenamtliche Rettungswagen

Im Zollernalbkreis sind an verschiedenen Standorten ehrenamtlich besetzte Rettungswagen stationiert. Diese Fahrzeuge sind Bestandteil des Bevölkerungsschutzes und werden insbesondere bei größeren Einsatzlagen, Brandeinsätzen, Großschadensereignissen oder zur Absicherung besonderer Einsatzsituationen eingesetzt.

Auch beim DRK-Ortsverein Geislingen ist ein ehrenamtlicher Rettungswagen stationiert. Unser primäres Einsatzgebiet umfasst die Städte Geislingen, Haigerloch und Rosenfeld mit ihren jeweiligen Stadtteilen.

Im Alarmfall wird das Fahrzeug durch qualifizierte ehrenamtliche Einsatzkräfte besetzt. Die Standardbesatzung besteht aus einem Notfallsanitäter sowie einem Rettungssanitäter.

Der ehrenamtliche Rettungswagen wird im Rahmen des Bevölkerungsschutzes im genannten Einsatzgebiet alarmiert und eingesetzt. Bei Bedarf kann er auch kreisweit zur Unterstützung angefordert werden.

Hintergrund-Rettungswagen

Unser Hintergrund-Rettungswagen wird im Rahmen des Bevölkerungsschutzes zur Unterstützung des Regelrettungsdienstes eingesetzt, insbesondere wenn bei besonderen Einsatzlagen oder Großschadensereignissen zusätzlicher Bedarf an Rettungsmitteln besteht.

Das Fahrzeug wird im Alarmfall durch eine qualifizierte Besatzung nach Landesrettungsdienstgesetz (RDG) besetzt, bestehend aus einem Notfallsanitäter und einem Rettungssanitäter.

So kann bei erhöhtem Einsatzaufkommen eine schnelle und strukturierte Patientenversorgung sichergestellt und der Rettungsdienst gezielt entlastet werden.

Hausnotruf

Die Hausnotrufgruppe besteht aus ehrenamtlichen Mitgliedern, die zu festen Diensten in einem festgelegten Einsatzgebiet eingesetzt werden. Sie wird bei Hausnotrufen alarmiert, bei denen kein akuter medizinischer Notfall vorliegt, jedoch Unterstützung vor Ort erforderlich ist.

Im Alarmfall stehen der Gruppe zwei Einsatzfahrzeuge zur Verfügung, mit denen die Helferinnen und Helfer zum Einsatzort ausrücken und die notwendige Unterstützung leisten können.

Zubringer CO-Messgerät

Im DRK-Ortsverein Geislingen ist ein CO-Messgerät (Kohlenmonoxid-Messgerät) des DRK-Kreisverband Zollernalb e.V. stationiert. Dieses Handmessgerät kann im Einsatzfall durch den Einsatzleiter vom Dienst angefordert werden, um Patientinnen und Patienten bereits an der Einsatzstelle schnell und sicher auf eine mögliche Kohlenmonoxidbelastung zu überprüfen.

Für den Einsatz des Geräts stehen im Ortsverein entsprechend geschulte Einsatzkräfte zur Verfügung. Diese wurden durch den Hersteller in die Bedienung eingewiesen und können das Messgerät im Einsatzfall fachgerecht anwenden.

Durch den gezielten Einsatz des CO-Messgeräts kann eine schnelle Einschätzung der Gefährdung erfolgen und die weitere medizinische Versorgung entsprechend vorbereitet werden.

Bedarfsgerechte Alamierung

Um bei unterschiedlichen Einsatz- und Schadenslagen schnell und zielgerichtet reagieren zu können, verfügt unsere Bereitschaft über verschiedene Alarmierungsgruppen. Je nach Art und Umfang des Einsatzes werden die benötigten Kräfte und Ressourcen gezielt alarmiert.

Folgende Alarmierungsgruppen stehen zur Verfügung:

  • Sammelalarm der gesamten Bereitschaft
  • Führungsgruppe
  • Helfer vor Ort Geislingen – Tag
  • Helfer vor Ort Geislingen – Nachtgruppe 1
  • Helfer vor Ort Geislingen – Nachtgruppe 2
  • Helfer vor Ort Binsdorf /Erlaheim
  • Gruppe Technik und Sicherheit
  • Behandlungsplatz 25 (BHP 25)
  • Hintergrund-Rettungswagen
  • Ehrenamtlicher Rettungswagen
  • CO-Messgerät-Zubringer
  • Diverse Einzelalarmierungen für spezielle Funktionen

     

Die Alarmierung erfolgt über digitale Meldeempfänger sowie ergänzend über das Alarmierungssystem Alamos per Smartphone-App. 
Durch diese Kombination aus Funkmeldeempfänger und App-Alarmierung können Einsatzkräfte schnell und zuverlässig informiert werden.

Unterstützen Sie jetzt ein Hilfsprojekt mit Ihrer Spende Spenden